Bei der Formulierung für Hauterneuerung, Anti-Aging und Klarheit stehen Marken unweigerlich vor der Wahl: Bleiben sie beim traditionellen Vitamin A der ersten Generation (Retinol oder Retinaldehyd) oder steigen sie auf fortschrittliche synthetische Retinoide wie Adapalen um. Das Verständnis des Unterschieds zwischen diesen beiden Molekülen ist der Schlüssel zur Schaffung leistungsstarker Hautpflege mit geringen Reizungen.
Der Kernunterschied: Rezeptorselektivität
Der Hauptunterschied zwischen Retinol und Adapalen liegt darin, wie sie mit den Retinsäure-Rezeptoren (RARs) der Haut kommunizieren.
- Retinol (Erste Generation) Retinol ist ein “Breitband”-Retinoid. Nach der Umwandlung durch die Haut in Retinsäure bindet es an alle drei Retinoidrezeptoren: RAR-α, RAR-β und RAR-γ. Obwohl wirksam, löst die gleichzeitige Bindung an alle Rezeptoren weitreichende Entzündungswege aus, was zu der starken Trockenheit und dem Peeling führt, die als Retinoid-Dermatitis bekannt sind.
- Adapalene (dritte Generation): Adapalene ist ein hoch entwickelter synthetischer Retinoid. Es wurde speziell entwickelt, um den RAR-α-Rezeptor vollständig zu umgehen und selektiv an ihn zu binden RAR-β und RAR-γ. Adapalene erzielt durch die Aktivierung der für die Zellregeneration zuständigen und die Unterdrückung der entzündungsfördernden Signalwege herausragende Ergebnisse bei deutlich besserer Verträglichkeit.
Stabilität: Sauerstoff- und UV-Beständigkeit
Formulierer wissen, dass Retinol bekanntermaßen empfindlich ist. Es baut sich in Gegenwart von Sauerstoff, Licht und Wärme schnell ab und erfordert teure Verkapselung, Stickstoffbegasung und opake luftlose Verpackungen, um seine Wirksamkeit zu erhalten.
Adapalene hingegen verfügt über ein hochstabiles Naphthoesäure-Grundgerüst. Es ist bemerkenswert resistent gegenüber Lichtzersetzung und Oxidation. Diese chemische Stabilität macht Retinoide der dritten Generation wesentlich einfacher zu formulieren und stellt sicher, dass der Wirkstoff über die gesamte Haltbarkeit des Produkts wirksam bleibt.
Formulierung mit Retinoiden der dritten Generation in Kosmetika
Während Adapalene ein Goldstandard in der Dermatologie ist, ist es rechtlich als rezeptfreies oder verschreibungspflichtiges Medikament eingestuft, was seine Verwendung in der alltäglichen kosmetischen Hautpflege verhindert.
Um dies zu lösen, führte Actera ein Adapinoid® (INCI: Oleyl Adapalenate). Adapinoid® ist ein intelligentes Prodrug – ein veresterter Vorläufer von Adapalene. Nach der Anwendung wird die Oleylgruppe langsam durch die natürlichen Esterase-Enzyme der Haut gespalten, wodurch die Retinoid-Aktivität der dritten Generation direkt an die Rezeptoren abgegeben wird.
Laut veröffentlichte klinische Daten, dieser langsam freisetzende Mechanismus ermöglicht es Adapinoïd®, bei der sichtbaren Reduzierung von Falten und der Hautglätte herkömmliches Retinol zu übertreffen, und erfüllt dabei strengste kosmetikrechtliche Vorschriften und vermeidet die strengen EU-Grenzwerte für Vitamin A.